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Tarzan - Edgar Rice Burroughs

Informationen zur Figur Tarzan von Edgar Rice Burroughs

Tarzan ist eine von Edgar Rice Burroughs erdachte Figur, die erstmals 1912 in der Geschichte Tarzan bei den Affen (engl. Tarzan of the Apes) in der Oktoberausgabe des Pulp-Magazins All-Story Magazine auftrat. Die erste Buchausgabe erschien 1914. Es folgten 23 Fortsetzungen.

Handlung Tarzan

Tarzan ist der Sohn eines britischen Lords und dessen Frau, die von Meuterern an der afrikanischen Küste ausgesetzt werden. Sein richtiger Name ist John Clayton III., Lord Greystoke. Seine Eltern sterben, als er noch ein Baby ist, und von da an wird Tarzan von einer Gruppe Affen aufgezogen, unter denen sich die Affenfrau Kala besonders um ihn kümmert. Tar-zan bedeutet „Weiße Haut“ in der Mangani-Sprache, der von Burroughs erschaffenen Affensprache. Die Art ist in den Romanen nie erklärt worden, es sind weder Gorillas noch Schimpansen, sondern sogenannte „große Anthropoiden“.

Als junger Erwachsener trifft Tarzan zum ersten Mal auf Menschen. Er begegnet im Dschungel zufällig Jane, der Tochter eines Wissenschaftlers (die in fast allen Filmen schwarzhaarig, in der Romanvorlage jedoch blond ist), und verliebt sich in sie. Als sie schließlich nach England zurückkehrt, entschließt er sich, auch den Dschungel zu verlassen. Sie heiraten in England und bekommen einen Sohn (Jack). Im Roman Tarzans Sohn – dem vierten Buch der Tarzan-Reihe – verlässt Jack heimlich England, zusammen mit einem gefangenen Affen, den er in seine Heimat Afrika bringen will. Durch widrige Umstände muss er länger in Afrika bleiben und lernt das Leben kennen, das sein Vater vor seiner Ehe mit Jane führte. Der Affe, mit dem der Junge sich in der Sprache der großen Affen zu unterhalten lernt, gibt ihm den Namen Korak, was in der Affensprache soviel wie „Killer“ bedeutet.

Tarzan verachtet das heuchlerische Leben in England und sehnt sich nach seiner Heimat. Er kehrt mit Jane nach Afrika zurück, wo sie noch immer leben.

Bezüge

Tarzan ist eine moderne Version der literarischen Tradition des „Helden, der von Tieren aufgezogen wurde“ (Wolfskind). Andere Beispiele sind Mowgli aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling und Romulus und Remus, die legendären Gründer Roms, die von einer Wölfin aufgezogen wurden.

Verfilmungen

Die Internet Movie Database listet über 100 Filme mit dem Wort „Tarzan“ im Titel auf. Der erste Film mit Elmo Lincoln als Tarzan-Darsteller wurde am 27. Januar 1918 in den USA aufgeführt. Dieser Film konnte in Deutschland nur in Fragmenten von ca. 45 Minuten Länge gezeigt werden. Am 13. April 1970 strahlte das ZDF den Film unter dem Titel Tarzan bei den Affen aus. Die bekanntesten Schauspieler, die die Rolle des Tarzan mehrmals spielten, waren unter anderem Johnny Weissmüller, Lex Barker und Gordon Scott, der der erste „Farbfilm-Tarzan“ wurde. Ron Ely spielte den Dschungelhelden in einer populären TV-Serie, und Christopher Lambert verkörperte ihn in einer hochgelobten, dem Roman nahen Adaption. 1963 drehte der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Andy Warhol eine satirische Parodie auf die klassischen Hollywood-Filme, Tarzan And Jane Regained… Sort Of.

Der Affe Cheeta, der an der Seite von Tarzan-Star Johnny Weissmüller in zwölf Filmen mitspielte, galt seit 2003 als der älteste Affe der Welt. 2008 wurde dies als Schwindel entlarvt. Tatsächlich spielten verschiedene Affen die Rolle des Cheeta in den Filmen. Keiner davon lebt heute noch.[1]

Der britische Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen von 1984 folgt der ersten Novelle enger als vorherige Verfilmungen.

1976–1984 veröffentlichte Filmation seine Zeichentrick-Adaption des Stoffes Tarzan Lord of the Jungle für den Sender CBS. Die Serie lief in Deutschland 1978 unter Tarzan – Herr des Dschungels im ZDF. Die Serie brachte es auf 4 Staffel und insgesamt 36 Folgen. Sechs weitere Folgen liefen als The Batman/Tarzan Hour in den Jahren 1977/78. Die letzten 14 Folgen folgten dann unter dem Titel Tarzan and the Super Seven 1979.

1999 drehte Disney eine Zeichentrick-Adaption des Stoffes, Tarzan. 2005 folgte Tarzan 2, 2006 Tarzan & Jane. Der Soundtrack stammte dabei komplett von Ex-Genesis-Frontman Phil Collins.

Musical

Die Deutschlandpremiere des Musicals Tarzan fand am 19. Oktober 2008 in der Neuen Flora in Hamburg statt.

Comics

Neben den Filmen gibt es Comics und verschiedene Fernsehserien.

Die ersten gezeichneten täglichen Strips wurden, beginnend am 7. Januar 1929, in zunächst dreizehn amerikanischen und zwei kanadischen Zeitungen abgedruckt.[2] Gezeichnet wurden sie von Hal (Harold) Foster. Die erste Sonntagsseite erschien, gezeichnet von Rex Maxon, am 15. März 1931 in den nordamerikanischen Zeitungen. Am 4. Oktober 1931 übernahm dann Hal Foster auch die Gestaltung der Sonntagsseiten. In Deutschland war ein Tarzan-Comic 1954 das erste Werk, das von der neugegründeten Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert wurde. Die bekanntesten Zeichner von Tarzan-Comics waren Hal Foster (auch bekannt durch Prince Valiant, dt. Prinz Eisenherz) und Burne Hogarth.

In Deutschland und Österreich erschienene Comics sind von September 1952 bis September 1958 im Mondial Verlag (später übernommen vom Pabel Verlag) sowie von November 1959 bis September 1961 im Lehning Verlag als Kleinband bzw. Großband herausgekommen. Auch im Piccoloformat erschienen Hefte im Lehning Verlag, und zwar von Dezember 1960 bis Juli 1961. Von diesen Comics gibt es auch Nachdrucke, die aber mit „Sammlerauflage“ gekennzeichnet sind und sich so von den Originalen unterscheiden.

Tarzan erschien auch in 209 Heften von Juli 1965 bis Juli 1976 erst bei BSV (Bildschriftenverlag), dann bei Williams, zuletzt beim Recht Verlag (es gibt von den 209 Heften keine Nachdrucke, nur die Nr. 1 und Nr. 2 wurden in 2 Auflagen gedruckt – die Erstauflage von Nr. 1 und Nr. 2 hat einen Preis von 75 Pfennig und ist so von den Nachdrucken zu unterscheiden).

Tarzan erschien ferner in Deutschland und Österreich von März 1979 bis Oktober 1984 monatlich beim Ehapa Verlag. Es gibt davon keine Nachdrucke.

Der gemeinsame Sohn von Tarzan und Jane ist der Held einer eigenen Comicreihe mit dem Titel Korak, Tarzans Sohn (engl. Korak Son of Tarzan).

Veröffentlichungen


Liste der Tarzan-Erzählungen von Edgar Rice Burroughs:

  • 1912: Tarzan Of The Apes – Tarzan bei den Affen
  • 1913: The Return of Tarzan – Tarzans Rückkehr
  • 1914: The Beasts Of Tarzan – Tarzans Tiere
  • 1915: The Son of Tarzan – Tarzans Sohn
  • 1915: Tarzan And The Jewels Of Opar – Tarzan und der Schatz von Opar
  • 1916: Jungle Tales Of Tarzan – Tarzans Dschungelgeschichten
  • Tarzan's First Love – Tarzans erste Liebe
  • The Capture of Tarzan – Tarzans Gefangennahme
  • The Fight for the Balu – Der Kampf um das Balu
  • The God of Tarzan – Tarzans Gott
  • Tarzan and the Black Boy – Tarzan und der schwarze Junge
  • The Witch-Doctor Seeks Vengeance – Der Zauberdoktor will sich rächen
  • The End of Bukawai – Bukawais Ende
  • The Lion – Der Löwe
  • The Nightmare – Der Alptraum
  • The Battle for Teeka – Kampf um Teeka
  • A Jungle Joke – Ein Dschungelspaß
  • Tarzan Rescues the Moon – Tarzan rettet den Mond
  • 1918: Tarzan The Untamed – Tarzan der Ungezähmte
  • 1920: Tarzan The Terrible – Tarzan der Schreckliche
  • 1922: Tarzan and the Golden Lion – Tarzan und der goldene Löwe
  • 1923: Tarzan and the Ant Men – Tarzan und die Ameisenmenschen
  • 1927: The Tarzan Twins – Die Tarzan-Zwillinge (in Deutschland bisher nicht erschienen)
  • The Tarzan Twins – Die Tarzanzwillinge
  • Tarzan and the Tarzan Twins with Jad-Bal-Ja, the Golden Lion – Tarzan und die Tarzanzwillinge mit Jad-Bal-Ja, dem goldenen Löwen
  • 1927: Tarzan, Lord of the Jungle – Tarzan, Herr des Dschungels
  • 1928: Tarzan and the Lost Empire – Tarzan und das verschollene Reich
  • 1929: Tarzan at the Earth's Core – Tarzan am Mittelpunkt der Erde (ist gleichzeitig auch ein Teil der Pellucidar-Serie)
  • 1930: Tarzan the Invincible – Tarzan der Unbesiegbare
  • 1931: Tarzan Triumphant – Tarzan triumphiert
  • 1932: Tarzan and the Leopard Men – Tarzan und die Leopardenmenschen
  • 1932: Tarzan and the City of Gold – Tarzan und die goldene Stadt
  • 1933: Tarzan and the Lion-Man – Tarzan und die Löwenmenschen
  • 1935: Tarzan’s Quest – Tarzans Suche (erschienen als: Tarzan in der Welt des Wunders)
  • 1936: Tarzan the Magnificent – Tarzan der Prächtige (erschienen als: Tarzan im Land des Schreckens)
  • 1937: Tarzan and the Forbidden City – Tarzan und die verbotene Stadt (in Deutschland bisher nicht erschienen)
  • 1940: Tarzan and the Castaways – Tarzan und die Schiffbrüchigen (in Deutschland bisher nicht erschienen)
  • Tarzan and the Champion – Tarzan und der Sieger
  • Murder in the Jungle (Tarzan and the Jungle Murders) – Tarzan und die Dschungel-Mörder
  • The Quest of Tarzan – Die Suche von Tarzan
  • 1944: Tarzan and the Foreign Legion – Tarzan und die Fremdenlegion (in Deutschland bisher nicht erschienen)
  • 1964: Tarzan and the Madman – Tarzan und der Irre (in Deutschland bisher nicht erschienen)
  • 1995: Tarzan: The Lost Adventure – Tarzan: Das letzte Abenteuer (nach einem unvollendeten Manuskript von Burroughs von Joe R. Lansdale vollendet; in Deutschland bisher nicht erschienen)

Sonstiges

  • Am 19. Oktober 2008 feierte das Musical Tarzan im Hamburger Stage Theater Neue Flora Premiere. Die Vorsprechproben waren als TV-Casting-Show Ich Tarzan, du Jane! vermarktet worden.
  • „Tarzan“ war auch der Spitzname von Peter Carsten, einer Figur der in Deutschland sehr erfolgreichen Jugendbuchserie Ein Fall für TKKG von Stefan Wolf. Der Autor gab an, dass der Name Tarzan international markenrechtlich geschützt sei, weswegen er seinen Helden in Tim umbenennen musste.
  • „Tarzan“ war ebenfalls der Spitzname von Charles T. Cooper, einem der besten Basketballspieler auf der Center-Position in den 1930ern.
  • In Kalifornien wurde eine 1922 gegründete Stadt zu Ehren Tarzans 1927 in Tarzana umbenannt.
  • Die Tarzan-Bücher und Tarzan-Filme wurden – insbesondere von afrikanischen Autoren – heftig wegen ihres kruden Rassismus kritisiert. Afrikaner tauchen als eigenständige Charaktere in diesen Filmen nicht auf.
  • Die Geschichten von Tarzan fanden Anklang im Nahen Osten. Israelische wie arabische Autoren griffen den Stoff auf und veröffentlichten eigene Abenteuer – ohne sich um das Copyright der Burroughsfamilie zu kümmern.

Einzelnachweise

1.↑ Lie of the Jungle (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/11/25/AR2008112500939.html?hpid=features1&hpv=national)

2.↑ A Pictorial History of Tarzan of the Apes by Edgar Rice Burroughs, picturized by Harold Foster (http://www.johncolemanburroughs.com/mag16/1602.html)

Literatur

  • Peter Bräunlein: Ein weißer Mann in Afrika. Rassismus und Geschlechterverhältnisse in Tarzanfilmen. In: iz3w Nr. 280, Oktober 2004, S. 41–43
  • Nwachukwu Frank Ukadike: Black African Cinema. University of California Press 1994, S. 40ff.

Weblinks

Commons: Tarzan (http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Tarzan?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

  • Reich bebilderte Tarzan-Seite (englisch) (http://www.tarzan.org)
  • Über Tarzan im Nahen Osten (englisch) (http://www.erbzine.com/mag9/0991.html)
  • Informationen zum „Tarzan-Schrei“ in der englischen Wikipedia (englisch) (http://en.wikipedia.org/wiki/Tarzan_yell)

Seite „Tarzan“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Juni 2010, 15:45 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tarzan&oldid=75572897 (Abgerufen: 23. Juni 2010, 06:10 UTC)



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